Der Nachfolger des EH-TW9400
Epson hat mit dem EH-LS9000B/W den Nachfolger des EH-TW9400 vorgestellt – in Schwarz und Weiß, mit Laserlichtquelle, 4K-Display-Technologie und einer unverbindlichen Preisempfehlung von 3.299 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Das Gerät soll ab September 2025 im Handel stehen. Der Schritt ist konsequent: Der EH-TW9400 war ein Lampenprojektor, und die Zeit der Quecksilberlampen läuft in Europa aus.
Warum Epson jetzt umstellt
Die EU-Quecksilberverordnung verbietet den Import von entsprechend aufgebauten Beamer in die EU. Wer heute ein Heimkino mit einem neuen Projektor plant, nimmt deswegen einen Laser. Epson nennt für die Laserlichtquelle des EH-LS9000 rund 20.000 Stunden Betriebszeit, in denen kein Leuchtmittel gewechselt wird, jedoch mit langsamen, unwiderbringlichem Helligkeitsverlust. Ein Lampenprojektor verliert hingegen nur über seine Lampe Helligkeit und kann daher ausgetauscht werden. Hier wird spannend zu sehen, wie sich der EH-LS9000 in der Zukunft hinsichtlich Verschleis zeigt.
Was der EH-LS9000 bietet
Der Projektor arbeitet mit drei LCD-Panels und einer blauen Laserphosphor-Lichtquelle, erreicht nach Herstellerangabe 2.200 Lumen für Weiß und Farbe gleichermaßen und stellt 8,29 Millionen Pixel auf die Leinwand. Verarbeitet wird das Bild von einem 32-Bit-Bildprozessor, der Frame Interpolation, Detailverbesserung und HDR-Aufbereitung übernimmt; unterstützt werden HDR10, HDR10+ und HLG. Den dynamischen Kontrast beziffert Epson mit 5.000.000:1, den nativen Kontrast mit 1.800:1. Hinzu kommen Quick Corner und Point Correction für die Geometrie sowie eine umfangreiche Kalibrierungsebene.
Die Optik ist vollmotorisiert: 15 Linsenelemente aus Glas, Zoomfaktor 2,1, Fokus und Lens-Shift per Fernbedienung. Das Projektionsverhältnis reicht von 1,35 bis 2,84:1, die Lens-Shift verstellt das Bild vertikal um bis zu 96,3 Prozent und horizontal um bis zu 24 Prozent. Zehn Lens-Shift-Speicherslots erlauben es, Fokus, Zoom und Shift für verschiedene Bildformate abzulegen. Damit ist der Projektor mit insgesamt zehn Speicherplätzen auch zu einer Vertical-Constant-Height-Projektion in der Lage, also zu einem Bild, das bei 16:9 und bei 2,35:1 gleich hoch bleibt und nur in der Breite wandert – was der güntigste (und immer noch im Vergleich zum 900er teurere) Sony XW5100 leider nicht beherrscht, dem zudem auch die Lens-Memory-Funktion fehlt.
An den Anschlüssen stehen zwei HDMI-2.1-Eingänge bereit, mit der vollen Bandbreite von 48 Gigabit pro Sekunde, HDCP 2.3 und eARC. Das reicht für 4K mit 120 Bildern pro Sekunde samt HDR; die Eingabeverzögerung liegt nach Herstellerangabe bei rund 20 Millisekunden, was den Projektor auch für Konsolenspieler interessant macht. Die Lautstärke bewegt sich mit 30 Dezibel im Normal-, 25 Dezibel im mittleren und 22 Dezibel im Eco-Modus auf dem Niveau des Vorgängers. Die Bilddiagonale kann bis 300 Zoll betragen, das Gehäuse misst 520 x 192,7 x 447 Millimeter bei 12,7 Kilogramm.
Vorher und nachher im Vergleich
- Lichtquelle: Quecksilber-UHP-Lampe → blaue Laserphosphor-Lichtquelle mit rund 20.000 Stunden
- Helligkeit: 2.600 Lumen → 2.200 Lumen (jeweils Herstellerangabe)
- Bildauflösung: 1.080p-Panel mit 4K-Enhancement → 1.080p-Panel mit Dual-Axis-Pixel-Shifting und 8,29 Millionen Pixeln
- HDR: HDR10 und HLG → HDR10, HDR10+ und HLG plus automatisches Tone Mapping
- Anschlüsse: HDMI 2.0 → zweimal HDMI 2.1 mit 48 Gbit/s, 4K120, HDCP 2.3 und eARC
- Bedienung: motorisierte Optik → motorisierte Optik mit zehn Lens-Speicherplätzen und zusätzlichen Geometriekorrekturen
- 3D: vorhanden → entfällt
4K heißt hier nicht natives 4K
Ein Punkt gehört ausdrücklich benannt. Epson bewirbt den EH-LS9000 mit 4K, und auf der Leinwand stehen am Ende tatsächlich 8,29 Millionen Pixel. Die Panels selbst arbeiten jedoch mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten; die volle Auflösung entsteht durch zweiachsiges Pixel-Shifting, bei dem das Panelbild in Sekundenbruchteilen versetzt und vom Auge zu einem Bild zusammengerechnet wird. Epson kennzeichnet das in seinen Unterlagen sauber als 4K-Enhancement beziehungsweise 4K-Display-Technologie – ein natives 4K-Panel ist es dennoch nicht. In der Praxis ist der Unterschied kleiner, als die Datenblätter vermuten lassen, denn derselbe Projektor zeichnet ohne Regenbogeneffekt und mit ruhiger Struktur. Wer aber die Feinzeichnung nativ aufgelöster Panels gewohnt ist und Testmuster kritisch vergleicht, sieht den Unterschied.
Deutlich schwerer wiegt für uns der Wegfall der 3D-Funktion. Der EH-TW9400 beherrschte 3D mit Frame Packing und Side-by-Side, der EH-LS9000 unterstützt es nicht mehr. 3D war für viele Heimkinofans immer wichtig, trotz überschaubarer Neuigkeiten. Hier überlässt Epson das Feld den Alternativen von Xgimi etc.
Die Einordnung im Epson-Programm
- „EH-LS9000" – 4K-Laser, 2.200 Lumen, motorische Optik, HDR10+, 3.299 Euro UVP, Nachfolger des EH-TW9400
- „EH-LS12000" – 4K-Laser, 2.700 Lumen, die etablierte Nummer darüber mit mehr Lichtreserve, ebenfalls ohne 3D
- „EH-QB1000" – 4K-Laser, 3.300 Lumen, UltraBlack-Technologie und dynamisches HDR-Tonemapping, die Oberklasse im Haus
Unsere Analyse
2.200 Lumen klingen nach viel, und in einem abgedunkelten Raum sind sie eine Menge. Wie viel davon am Ende wirklich auf der Leinwand ankommt, entscheidet allerdings die Kalibrierung und das Leinwandtuch: Ein auf D65 abgeglichenes Bild liegt je nach Modus und Farbraum unter dem Herstellerwert, und eine Farbfilterung kostet weitere Helligkeit. Deshalb lassen wir uns auf pauschale Angaben nicht ein – die Aussage, 2.200 Lumen reichten für 120 Zoll, ist so nicht haltbar. Eine belastbare Größenordnung nennen wir erst, wenn Leinwandtuch und Gain, der Aufstellort, das Restlicht und die Nutzungsgewohnheiten im Raum bekannt sind. Der native Kontrast von 1.800:1, den Epson angibt, ordnet die Klasse in dieselbe Richtung ein: Der spektakuläre Dynamikwert entsteht über die Blende, der Schwarzwert bleibt eine Frage des Raums.
Im eigenen Programm sortiert sich der EH-LS9000 klar unterhalb des EH-LS12000 und des EH-QB1000 ein. Beide bringen Technologie mit, die etwas verspricht: der QB1000 UltraBlack und dynamisches Tonemapping, der LS12000 die größere Lichtreserve. Ob sich diese Versprechen in Ihrem Raum einlösen, hängt an der individuellen Konstellation – an Bildbreite, Sitzabstand, Umgebungslicht und Kalibrierung. Genau das besprechen wir im Vorfeld mit Ihnen, statt eine Datenblattaussage zu wiederholen.
Ein Film wie „Blade Runner 2049" lebt von dunklen Flächen und wenigen hellen Akzenten – dort entscheidet sich, ob ein Projektor Licht und Schwarz sauber trennt. In einem abgedunkelten Raum mit passender Leinwand trauen wir das dem LS9000 zu; im Wohnzimmer mit Restlicht führt der Weg zu mehr Licht. Unter Druck stehen die Japaner von anderer Seite: Chinesische Hersteller drängen mit RGB-Triple-Laser-Geräten zu teils niedrigeren Preisen in dieselbe Klasse und locken mit Farbraum und Helligkeitswerten auf dem Papier. In der Langzeitinstallation, bei der Kalibrierung und im Service zeigt sich, was davon übrig bleibt.
Ein Wort zur Garantie, weil sie in dieser Klasse selten offen verglichen wird: JVC gewährt drei Jahre, bei Sony lassen sich zwei weitere Jahre über eine Anschlussgarantie kaufen, die nach unserer Erfahrung rund zehn Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung ausmacht. Epson liefert beim EH-LS9000 fünf Jahre Carry-in oder 12.000 Stunden ab Werk, je nachdem, was zuerst eintritt – für ein Laserprodukt in der 3.000-Euro-Klasse ist das ein starkes Argument, das auf der Rechnung bleibt.
Unsere Empfehlungen für Sie
Welcher Projektor zu Ihnen passt, entscheidet nicht das Datenblatt, sondern der Raum: Sitzabstand, Leinwandbreite und -gain, Restlicht, Decken- oder Regalaufstellung, Kabelführung und die Frage, ob später ein Cinemascope-Format dazukommt. Der EH-LS9000 ist für viele Planungen ein sehr attraktiver Kandidat, weil er mit motorisierter Optik, Lens-Shift und zehn Speicherplätzen auch dort funktioniert, wo eine starre Optik keine Chance hätte – und weil zwei HDMI-2.1-Eingänge mit 48 Gigabit pro Sekunde die Quelle für Jahre anschlussfähig halten.
Wir sind Epson-Händler – und ebenso für JVC, Sony, Valerion und XGIMI. Deshalb müssen wir Ihnen keinen bestimmten Projektor empfehlen, sondern den, der zu Ihrer Planung passt. Wenn ein komplettes Heimkino entsteht, gehört die Projektorwahl ohnehin in die Gesamtplanung: Bildbreite, Sitzposition, Akustik, Licht und Technikraum bedingen sich gegenseitig. Am Ende geht es immer um denselben Moment – das Licht geht aus, der Film beginnt, und niemand denkt mehr über Lumen nach.
Fazit
Der EH-LS9000 ist der moderne Nachfolger des EH-TW9400: Laser statt Quecksilberlampe, HDR10+ statt HDR10, zweimal HDMI 2.1 mit 48 Gigabit pro Sekunde statt HDMI 2.0, zehn Lens-Speicherplätze für die Breitbildprojektion und mit 3.299 Euro eine unverbindliche Preisempfehlung, die in dieser Klasse ihresgleichen sucht. Wer sein Heimkino plant, sollte ihn auf der Liste haben – aber mit zwei Dingen im Kopf: Das 4K entsteht über Pixel-Shifting auf 1.080p-Panels, und 3D ist gestrichen.
Sie planen ein Heimkino oder möchten wissen, ob der EH-LS9000 in Ihren Raum passt? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail – wir rechnen Projektionsabstand, Bildbreite und Aufstellort gern vorab durch. :-)
Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung einer KI – von unserem Team mit viel Liebe begleitet, geprüft und freigegeben. Transparenz ist uns wichtig: Wir optimieren unsere Abläufe in der Webseitenerstellung, damit noch mehr Zeit für den persönlichen Umgang mit unseren Kunden bleibt – am Telefon und in den Projekten. Bei Fragen rufen Sie einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.








