Test: Valerion VisionMaster Max

ProjektortestValerion VisionMaster Max

Ein Würfel mit Hochglanzfront, drei Laser, Google TV und knapp elf Millionen Dollar Crowdfunding im Rücken: Der Valerion VisionMaster Max ist der Projektor, über den gerade alle reden. Wir haben ihn ausgepackt, aufgestellt, vermessen, kalibriert und mit klassischen Heimkinoprojektoren verglichen. Ein Rundumtest, mit allen Zahlen.

Getestet von Takeoff MediaLesezeit ca. 14 MinutenDirekt zum Fazit

In diesem Test
  1. 01Bewegung in einer ruhigen Klasse
  2. 02Ein Würfel, der alles mitbringt
  3. 03Drei Laser, ein Spiegelchip
  4. 04Aufstellung: Wo er hingehört
  5. 05Messlabor: ab Werk und kalibriert
  6. 06Licht und Schwarz im Vergleich
  7. 07Praxis: Gotham in Hochglanz
  8. 08Leinwand und Moiré
  9. +In Zahlen & Datenblatt
  10. 09Fazit, Stärken & Schwächen
Der Projektor Valerion VisionMaster Max in Dreiviertelansicht auf einem rot lackierten Podest: schwarze Hochglanzfront, rechts das beleuchtete Objektiv, an der Seite feine Lamellen, im Hintergrund blaues und weißes Licht.
Auftritt. Der Valerion VisionMaster Max: eine schwarze Hochglanzfront, in der sich der Raum spiegelt, rechts das große Zoomobjektiv, an der Flanke feine Metalllamellen.

01Einleitung

Bewegung in einer ruhigen Klasse

Bei den klassischen Heimkinoprojektoren hat sich über Jahre erstaunlich wenig bewegt. Der Laser hat die Lampe abgelöst, die HDR-Verarbeitung ist klüger geworden, die Helligkeit ein Stück gestiegen. Die Grundidee aber ist geblieben: ein großes, schweres Gerät mit Motorobjektiv, das an die Decke oder auf ein Podest an der Rückwand gehört, dazu Zuspieler, Verstärker und Lautsprecher, jedes für sich. Wer so ein Kino plant, plant einen Raum.

Daneben ist eine zweite Klasse entstanden: Lifestyle-Projektoren. Kompakt, mit eigenem Betriebssystem, Streaming-Apps und eingebauten Lautsprechern, gedacht fürs Wohnzimmer statt für den Kinokeller. Viele kommen von jungen Marken, und nicht wenige wurden über Crowdfunding finanziert, bevor sie den ersten Händler sahen.

Valerion ist das prominenteste Beispiel. Die Marke gehört zu AWOL Vision, einem Hersteller, der mit Laserprojektoren für extrem kurze Abstände bekannt wurde; beide Marken führt derselbe Gründer, Andy Zhao. Während AWOL Vision für die Wand direkt hinter dem Sideboard baut, zielt Valerion auf klassische Projektionsabstände und damit aufs Heimkino. Auf der IFA 2024 in Berlin zeigte Valerion seine VisionMaster-Reihe zum ersten Mal, im Oktober startete die Kickstarter-Kampagne. Nach 45 Tagen standen knapp 10,8 Millionen US-Dollar von fast 4.800 Unterstützern zu Buche, einer der größten Projektor-Erfolge in der Geschichte des Crowdfundings.

Der VisionMaster Max ist das Spitzenmodell der Familie. Er feierte auf der CES 2025 in Las Vegas Premiere, die finale Serienversion mit 3.500 Lumen folgte auf der IFA 2025. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 4.999 Euro, im Handel ist er deutlich günstiger zu haben. Viel Geld für einen Beamer, wenig für einen Heimkinoprojektor. Genau zwischen diesen Welten will der Max stehen.

02Vorstellung

Ein Würfel, der alles mitbringt

Schon das Gehäuse sagt, wofür der VisionMaster Max gedacht ist. Er ist kein Kasten, der hinter einer Wand verschwinden soll, sondern ein Objekt, das gesehen werden darf: ein gut 26 Zentimeter breiter Würfel, 7,5 Kilogramm schwer, die Front schwarz und hochglänzend, die Flanken aus feinen Metalllamellen. Das Objektiv sitzt groß und aus der Mitte gerückt rechts. Links daneben liegt ein kleines Sensorfenster: Darüber stellt der Projektor das Bild selbst scharf und richtet die Bildgeometrie automatisch aus. Er passt aufs Sideboard, ins Regal oder an die Decke, und er sieht dort nach Absicht aus.

Auf der Rückseite wird klar, wie vollständig das Paket ist: zwei HDMI-2.1-Eingänge mit voller Bandbreite für Spielkonsolen, ein dritter HDMI mit eARC für die Soundbar oder den AV-Receiver, USB, Netzwerk, optischer Audioausgang und Kopfhörerbuchse, dazu WLAN und Bluetooth. Als Betriebssystem läuft Google TV, Netflix, Prime Video und Disney+ sind also gleich an Bord, Chromecast und AirPlay ebenso. Zwei eingebaute Lautsprecher mit je 12 Watt reichen für die Nachrichten am Abend; für Kino gehört ein richtiges Tonsystem dazu.

Die Philosophie dahinter ist schnell erzählt: ein Gerät, ein Stromkabel, und das große Bild ist da. Kein Rack, kein Zuspieler, keine Programmierung. Wer den Max einschaltet, landet im vertrauten Google-Menü, die Bildeinstellungen sind übersichtlich sortiert und auf Deutsch. Das ist kein Heimkinoprojektor im klassischen Sinn, sondern ein Lifestyle-Gerät mit Heimkino-Ambitionen, und genau so sollte man ihn auch beurteilen.

Projektormenü auf der Leinwand mit Gamma 2.4, Aktiver Kontrast Aus, Helligkeitsverbesserung Aus, Dynamischer HDMI-Bereich Automatisch und dem ausgewählten Punkt HDR-Enhancer Aus. Davor die Silhouette des Messkopfs auf dem Stativ.
Aufgeräumt. Das Bildmenü ist klar gegliedert. Bildverbesserer wie der HDR-Enhancer lassen sich mit einem Klick abschalten, was wir für die Messung auch getan haben.

03Technik

Drei Laser, ein Spiegelchip

Im Inneren arbeitet ein DLP-Chip von Texas Instruments mit 0,47 Zoll. Er trägt rund zwei Millionen winzige Spiegel, also Full-HD-Auflösung, und baut durch blitzschnelles Verschieben des Bildes in vier Positionen ein 4K-Raster auf. Das nennt sich Pixelshift und ist in dieser Klasse üblich; ein Projektor mit nativen 4K-Panels, etwa ein JVC, zeigt jedes Pixel dagegen direkt.

Die eigentliche Besonderheit ist das Licht. Statt eines blauen Lasers mit Leuchtstoff oder einer Farbscheibe hat jede Grundfarbe ihren eigenen Laser: Rot, Grün und Blau. Das erlaubt einen sehr großen Farbraum, Valerion nennt 110 Prozent des Kinostandards Rec. 2020. Weil die Farben bei einem DLP-Projektor dennoch nacheinander gezeigt werden, kann der Regenbogeneffekt auftreten, ein kurzes Farbblitzen bei schnellen Augenbewegungen. Valerion hat dagegen per Update eine eigene Funktion nachgereicht, die ihn nach Herstellerangabe fast vollständig unterdrückt; ein französischer Test berichtet dabei allerdings von einem hörbaren Pfeifton.

Für das Schwarz bündelt Valerion drei Werkzeuge unter dem Namen NoirScene. Eine Automatik namens EBL dimmt die Laser in dunklen Szenen und passt dabei die Helligkeitskurve an, eine mechanische Iris verengt den Lichtweg, und die Laserleistung lässt sich in zehn Stufen von Hand regeln. Daraus ergibt sich die beworbene Zahl von 50.000:1. Ohne diese Helfer, bei offener Iris und voller Laserleistung, haben wir nach der Kalibrierung einen Kontrast von rund 1.620:1 gemessen. Die Laserstufen ändern daran nichts, sie machen Weiß und Schwarz gleichermaßen heller oder dunkler. Andere Tester beschreiben bei aktivem EBL ein sichtbares Pumpen der Helligkeit; ob die Automatik im Alltag gefällt, ist Geschmackssache.

3D beherrscht der Max ebenfalls, aktiv mit DLP-Link-Brillen. Für Spieler gibt es einen eigenen Modus mit niedriger Verzögerung und Bildraten bis 240 Hertz in Full HD.

04Aufstellung

Wo er hingehört

Im Wohnraum ist der VisionMaster Max schnell eingerichtet. Er stellt selbst scharf, der Lens Shift verschiebt das Bild motorisch in der Höhe, und für ein drei Meter breites Bild steht er zwischen 2,70 und 4,50 Metern vor der Leinwand. Wer ihn auf das Sideboard gegenüber dem Sofa stellt, wird selten an Grenzen stoßen.

Im klassischen Kinoraum sieht das anders aus. Dort steht der Projektor meist an der Rückwand oder hinter der letzten Sitzreihe, also weit entfernt, und oft nicht exakt auf der Mittelachse. Genau das haben wir in unserem Testkino erlebt: Von der vorhandenen Projektorposition aus war das kleinste Bild, das der Max optisch erzeugen kann, für unsere 2,50 Meter breite Leinwand rund 20 Prozent zu groß. Der Zoom endet bei 1,5:1, weiter hinein geht es nicht. Also mussten wir das Bild digital verkleinern. Das funktioniert, kostet aber Auflösung und Licht, denn ein Teil des Chips bleibt ungenutzt.

Seitlich lässt sich das Bild optisch gar nicht verschieben. Steht der Projektor nicht genau mittig, bleibt nur die automatische Geometriekorrektur, und auch die arbeitet digital. Für ein Heimkino gilt deshalb: den Projektor so aufstellen, dass weder digitaler Zoom noch Trapezkorrektur nötig sind. Ein optionaler Vorsatz soll den Zoombereich nach Herstellerangabe bis etwa 2,0:1 erweitern; getestet haben wir ihn nicht. Eine Speicherfunktion, die Zoom und Shift für verschiedene Bildformate merkt, fehlt; wer eine Breitbildleinwand im Format 2,40:1 nutzt, stellt beim Formatwechsel von Hand um.

Ein klassischer Heimkinoprojektor wie der JVC NP5 ist für genau diese Situationen gebaut: Sein Motorzoom reicht fast doppelt so weit nach hinten, das Bild lässt sich auch zur Seite schieben, und Bildformate liegen auf Knopfdruck bereit. Der Max ist also nicht der Projektor, der mal eben einen klassischen JVC ersetzt. Das ist kein Mangel, sondern eine Frage der Bestimmung.

05Messlabor

Ab Werk und kalibriert

Bevor wir einen Film einlegen, messen wir. Ein Signalgeber spielt Testbilder zu, von Schwarz über alle Graustufen bis Weiß, dazu die Farben. Ein Messkopf, auf die Leinwand gerichtet, erfasst jedes Feld, und die Software Calman vergleicht es mit der Norm für Film und Fernsehen. Gemessen haben wir dreimal: den Projektor so, wie er zu uns kam, den Filmmaker Mode ab Werk und den Projektor nach unserer Kalibrierung. Die Abweichung vom Ziel steht dabei als ΔE: Unter 1 ist sie unsichtbar, unter 3 unauffällig, darüber sieht sie ein geübtes Auge.

Ab Werk ist das Weiß zu kühl. Filme werden auf ein Weiß abgestimmt, das mittlerem Tageslicht entspricht, rund 6.500 Kelvin. Der Max lieferte rund 9.000 Kelvin, ungefähr wie das Licht im Schatten an einem klaren Tag. Das wirkt frisch und hell, schiebt aber jede Farbe im Bild Richtung Blau. Dazu waren die Mitteltöne zu hell: Im Menü stand Gamma 2,4, gemessen haben wir 2,2. Die Graustufen wichen im Schnitt um ΔE 11,5 ab, bei vollem Weiß um 16,6.

Der Filmmaker Mode trifft nicht. Ausgerechnet der Modus, der den Film so zeigen soll, wie ihn der Regisseur gesehen hat, lag bei unserem Gerät am weitesten daneben: rund 7.700 Kelvin mit deutlichem Zug ins Magenta, Graustufen bis ΔE 21, die Farbverläufe im Schnitt bei 11,7 und im Extrem bei 26,9. Wer sich auf den Namen verlässt, bekommt hier kein neutrales Bild.

Kalibriert passt es. Nach unserer Kalibrierung liegt der Weißpunkt bei 6.400 Kelvin, das Gamma läuft über alle Stufen sauber bei 2,4, und die Graustufen weichen im Schnitt nur noch um ΔE 2,2 ab, höchstens um 3,4. Das ist der wichtigste Schritt überhaupt, denn auf dem Grau baut jede Farbe auf.

Calman-Messung nach der Kalibrierung: RGB-Balance mit drei fast deckungsgleichen Linien um 100, Luminanzkurve auf Gamma 2,4, Tabellen mit niedrigen Delta-E-Werten.Calman-Messung ab Werk: RGB-Balance mit nach rechts ansteigender blauer Linie, Tabellen mit Delta-E-Werten bis 16,6.
Vorher, nachher. Links die Messung ab Werk mit der ansteigenden blauen Linie, rechts dieselbe Ansicht nach der Kalibrierung: Rot, Grün und Blau liegen fast deckungsgleich auf der Sollinie. Ziehen Sie den Regler.

Und die Farben? Die drei Grundfarben treffen ihr Ziel schon ab Werk erstaunlich gut. Wo Blau mitmischt, bei Türkis und Violett, schlägt der Blaustich des Weißes durch, und im Verhältnis zum Weiß wirken alle Farben etwas zu dunkel. Im Schnitt lagen die Farbfelder ab Werk bei ΔE 8,3, nach der Kalibrierung bei 2,9. Ganz verschwindet die Abweichung nicht: Blau bleibt mit ΔE 5,6 der hartnäckigste Kandidat, und über alle Sättigungsstufen liegt der Durchschnitt bei 3,2. Im großen Kinofarbraum DCI-P3, der für HDR zählt, sank die mittlere Abweichung von 4,8 auf 2,0. Kurz gesagt: Kalibriert ist der Max deutlich natürlicher als aus dem Karton, perfekt ist er nicht.

Calman-Sättigungsverläufe nach der Kalibrierung: Messpunkte liegen nah an den Zielrahmen, durchschnittliches Delta E 3,21.Calman-Sättigungsverläufe im Filmmaker Mode ab Werk: Messpunkte weit neben den Zielrahmen, durchschnittliches Delta E 11,68, maximal 26,87.
Farbe für Farbe. Die Sättigungsverläufe: Weiße Rahmen markieren die Ziele, Kreise die Messwerte. Im Filmmaker Mode ab Werk laufen viele Punkte weit daneben, kalibriert liegen sie überwiegend in ihren Rahmen.

06Licht & Schwarz

Viel Licht, wenig Schwarz

Gemessen haben wir auf einer 2,50 Meter breiten Leinwand mit akustisch transparentem Tuch. Ab Werk erreichte der Max dort 122 Candela pro Quadratmeter, kalibriert 104. Das klingt nach wenig Unterschied zu anderen Projektoren, ist aber unter erschwerten Bedingungen entstanden: Weil wir das Bild um rund 20 Prozent digital verkleinern mussten, ging ein Teil des Lichts verloren. Rechnet man das heraus und bezieht es auf eine 2,40 Meter breite Leinwand, käme der kalibrierte Max auf rund 160 Candela. Zum Vergleich: Einen JVC NP5 haben wir auf einer 2,40 Meter breiten Leinwand kalibriert mit 112 Candela gemessen. Licht hat der Valerion also reichlich, und das ist eine echte Stärke, vor allem für HDR.

Beim Schwarz sieht es anders aus. Entscheidend ist hier nicht der Wert allein, sondern sein Verhältnis zum Weiß. Damit der Vergleich fair ist, haben wir alle Projektoren auf dieselbe Spitzenhelligkeit von 112 Candela bezogen, ohne Laserdimmung und ohne Blenden. Der Max käme dann auf ein Schwarz von rund 0,069 Candela. Der JVC NP5 erreicht in dieser Konstellation 0,009, ein Sony VPL-XW7000 0,022, ein Epson EH-LS12000 0,045. Das Schwarz des Valerion ist damit knapp achtmal heller als das des JVC, rund dreimal heller als das des Sony und etwa anderthalbmal heller als das des Epson.

Im abgedunkelten Kinoraum sieht man das in sehr dunklen Szenen: Wo der JVC ein tiefes Schwarz zeigt, bleibt beim Max ein dunkles Grau. Im Wohnraum, wo ohnehin Licht von Wänden und Decke zurückkommt, fällt der Unterschied deutlich kleiner aus.

Schwarz im Vergleich

Schwarzwert bei gleicher Spitzenhelligkeit von 112 cd/m², ohne Laserdimmung und Blenden

JVC DLA-NP5D-ILA · rund 12.400:10,009
Sony VPL-XW7000SXRD · rund 5.100:10,022
Epson EH-LS120003LCD · rund 2.500:10,045
Valerion VisionMaster MaxDLP · rund 1.620:10,069

Schwarzwert in cd/m², weniger ist besser. JVC, Sony und Epson von Takeoff Media in vergleichbarer Konstellation gemessen, der JVC auf einer 2,40 m breiten Leinwand bei 112 cd/m². Valerion aus der kalibrierten Messung auf 112 cd/m² umgerechnet.

07Praxis

Gotham in Hochglanz

Für den Sehtest haben wir eine Szene gewählt, die wir sehr gut kennen: den Banküberfall am Anfang von „The Dark Knight“. Christopher Nolan hat diese Sequenz auf großformatigem IMAX-Film gedreht, und ihre Farben sind vergleichsweise natürlich: eine Stadt bei Tageslicht, Glas und Beton, dunkle Anzüge, Gesichter in Nahaufnahme. Gerade weil hier nichts knallen soll, zeigt sich schnell, ob ein Projektor erzählt oder übertreibt.

Der erste Eindruck ist stark. Das Bild springt einen förmlich an, wirkt lebendig, klar und brillant. Wer zum ersten Mal vor dem VisionMaster Max sitzt, wird beeindruckt sein. Unser geübtes Auge meldet aber schnell Zweifel an: Das Bild ist eine Spur zu poppig, die Farben stehen ein wenig zu weit vorn, und die Szene verliert dabei etwas von ihrer Natürlichkeit. Besonders in den Nahaufnahmen fällt auf, dass der Projektor die Bildnatürlichkeit des Films nicht ganz trifft, bei den Farben ebenso wie durch einen leicht digitalen Look, der vor allem in den Standardeinstellungen auffällt.

Einen Teil davon erklärt die Messung: Ein kühles Weiß und angehobene Mitteltöne lassen ein Bild frischer und knackiger erscheinen, als es gemastert wurde. Den digitalen Eindruck führen wir auf die Bildverarbeitung und den Pixelshift zurück, der neben einem nativen 4K-Panel etwas weniger definiert wirkt; in unserem Aufbau kam die digitale Verkleinerung hinzu, die ebenfalls Schärfe kostet. Nach der Kalibrierung wirkt dieselbe Szene deutlich ruhiger und glaubwürdiger. Deshalb hinterlegen wir unseren Kunden unsere Hollywood-Einstellungen und kalibrieren den Projektor maßgefertigt vor.

Wo der Max ohne Einschränkung begeistert, ist der Kontrast innerhalb des Bildes. Solange eine Szene nicht überwiegend aus Schwarz besteht, wie etwa die Weltraum-Eröffnungen vieler Science-Fiction-Filme, ist der wahrgenommene In-Bild-Kontrast sehr hoch. Helle und dunkle Partien setzen sich kraftvoll voneinander ab, das Bild bekommt Tiefe. Farbvielfalt und Farbintensität sind hervorragend; hier zeigt sich, was drei Laser leisten können.

Im Alltag fallen zwei weitere Dinge auf. Er ist leise; der Hersteller nennt 28 Dezibel im Standardmodus, und im Betrieb drängt er sich nicht in den Vordergrund. Und er lässt sich Zeit: Im normalen Filmmodus haben wir rund 250 Millisekunden Verzögerung gemessen. Wer den Ton über einen AV-Receiver hört, sollte den Lippensync-Ausgleich dort entsprechend einstellen, sonst passen Lippen und Stimme sichtbar nicht zusammen. Im Spielemodus waren es rund 35 Millisekunden, mit einem AV-Receiver im Signalweg, der selbst einen Teil davon beisteuert.

08Leinwand

Leinwand und Moiré

Ein Projektor wird nicht im Labor betrachtet, sondern auf einer Leinwand. Wer Lautsprecher hinter dem Bild versteckt, nutzt ein akustisch transparentes Tuch, und dessen Gewebe ist ein regelmäßiges Raster. Trifft es auf das ebenso regelmäßige Pixelraster des Projektors, kann ein drittes Muster entstehen: Moiré, feine Wellen oder Streifen, die im Film nichts zu suchen haben.

Auf unserer Leinwand mit akustisch transparentem Tuch war Moiré mit dem VisionMaster Max deutlich ausgeprägter als mit einem nativen 4K-Projektor von JVC. Wir vermuten zwei Ursachen. Der Pixelshift erzeugt ein anderes Raster als ein natives Panel, und die digitale Verkleinerung, zu der wir gezwungen waren, verändert den Pixelabstand zusätzlich. Wie stark beides wirkt, hängt vom Gewebe, vom Projektionsabstand und vom Sitzplatz ab. Aus der Nähe ist Moiré am auffälligsten, mit wachsendem Abstand tritt es zurück.

Hinzu kommt eine Eigenheit aller RGB-Laser: Ihr sehr reines Licht kann auf manchen Oberflächen ein feines Glitzern erzeugen, Speckle genannt. Wie sichtbar es ist, entscheidet vor allem die Oberfläche der Leinwand. Für die Planung heißt das: Projektor und Tuch gehören zusammen ausgewählt, am besten im direkten Vergleich, und der Sitzabstand sollte nicht zu knapp sein.

Nahaufnahme einer hellen, gezeichneten Filmszene auf der Leinwand. Das feine Gewebe der Leinwand ist als gleichmäßiges Raster über dem ganzen Bild zu erkennen.
Ganz nah dran. Aus kurzer Distanz zeichnet sich das Gewebe der akustisch transparenten Leinwand als Raster ab. Hier entsteht Moiré, wenn Gewebe und Pixelraster ungünstig zusammentreffen.

Der VisionMaster Max in Zahlen

Gemessen von Takeoff Media

  • 104cd/m²kalibriert auf 2,50 m breiter Leinwand, digital verkleinert
  • ≈ 160cd/m²rechnerisch auf 2,40 m Bildbreite, ohne Verkleinerung
  • 1.620:1Kontrast Weiß zu Schwarz, ohne Iris und Laserdimmung
  • 2,2ΔE der Graustufen kalibriert, ab Werk 11,5
  • 6.400KWeißpunkt kalibriert, ab Werk rund 9.000 K
  • 11,7ΔE der Farbverläufe im Filmmaker Mode ab Werk
  • 250msVerzögerung im normalen Filmmodus
  • 35msVerzögerung im Spielemodus, mit AV-Receiver im Signalweg

Gemessen mit Klein Instruments K-Serie, Murideo 7G 8K und Calman. Farbtemperatur aus den Messwerten berechnet.

Datenblatt

Valerion VisionMaster Max

Bild

Technik
DLP, 0,47 Zoll4K (3.840 × 2.160) per Pixelshift
Licht
RGB-Dreifachlaser3.500 ISO-Lumen laut Hersteller
Farbraum
110 % Rec. 2020 laut Hersteller
Schwarz
EBL, mechanische Iris, Laser in 10 Stufenbeworben 50.000:1, gemessen rund 1.620:1 ohne Helfer
HDR & 3D
Dolby Vision, HDR10+, HDR10, HLGIMAX Enhanced, Filmmaker Mode, aktives 3D (DLP-Link)

Objektiv & Aufstellung

Zoom
0,9–1,5:1, optischoptionaler Vorsatz bis ca. 2,0:1 laut Hersteller
Lens Shift
vertikal, motorischkein horizontaler Lens Shift, keine Lens-Memory-Funktion
Einrichtung
Autofokus, automatische GeometriekorrekturKorrektur arbeitet digital
Bildgröße
bis 300 Zoll2,50 m Bildbreite aus 2,25–3,75 m Abstand

Anschlüsse & System

HDMI
2 × HDMI 2.1, 1 × HDMI 2.0 mit eARC
Weitere
USB 2.0, USB 3.0, LANoptischer Audioausgang, 3,5-mm-Klinke
Funk
WLAN 6E, Bluetooth 5.2
System
Google TVChromecast, AirPlay 2, Streaming-Apps
Verzögerung
ca. 250 ms im Filmmodusca. 35 ms im Spielemodus mit AV-Receiver, gemessen

Gehäuse & Betrieb

Maße
ca. 26 × 19 × 23 cm (B × T × H)
Gewicht
7,5 kg
Lautsprecher
2 × 12 Watt
Geräusch
28 dB im Standardmodus laut Hersteller
Preis
UVP 4.999 €bei Takeoff Media 3.899 €

09Fazit

Ein Allrounder, der eine Kalibrierung verdient

„Ab Werk will er gefallen. Kalibriert erzählt er den Film.“

Unser Testurteil in einem Satz

Der Valerion VisionMaster Max bringt frischen Wind in eine Klasse, in der sich lange wenig bewegt hat. Er ist kompakt, schön, leise und vollständig ausgestattet, vom Streaming bis zur Soundbar-Anbindung. Sein Bild ist lebendig, im Bildinneren kontrastreich und farbstark, Licht hat er im Überfluss, und für sein Geld bietet er ausgesprochen viel.

Ab Werk ist er allerdings auf Eindruck abgestimmt, nicht auf Natürlichkeit, und selbst der Filmmaker Mode trifft bei unserem Gerät nicht. Nach der Kalibrierung ist sein Bild deutlich natürlicher als aus dem Karton. Gerade deshalb ist eine Kalibrierung hier notwendiger als bei vielen anderen Projektoren, die wir kennen. Beim Schwarz bleibt er hinter klassischen Heimkinoprojektoren zurück, daran ändert auch die beste Einstellung nichts.

Unterm Strich empfiehlt sich der VisionMaster Max als leiser, vergleichsweise günstiger Allrounder fürs Wohnzimmer, wenn man nicht besonders nah vor der Leinwand sitzt und die Aufstellung passt. Wer einen dedizierten Kinoraum mit akustisch transparenter Leinwand und Projektor an der Rückwand plant, ist mit einem Heimkinoprojektor wie dem JVC besser bedient. Ob Ihr Raum zum Max passt, klären wir gern gemeinsam.

Wenn er Ihnen gefällt, können Sie den VisionMaster Max direkt bei uns kaufen, vorkalibriert und mit unseren Hollywood-Einstellungen. Noch lieber ist es uns allerdings, wenn Sie ihn vorher sehen. Uns geht es nicht darum, schnell ein Gerät zu verkaufen, sondern darum, Menschen mit ihrem Heimkino zu begleiten. Deshalb laden wir Sie gern zu einer kostenlosen Demo nach Braunshorn ein.

Stärken

  • lebendiges Bild mit sehr hohem wahrgenommenem In-Bild-Kontrast
  • hervorragende Farbvielfalt und Farbintensität dank RGB-Laser
  • viel Lichtreserve, ideal für HDR
  • kalibriert deutlich natürlicher als ab Werk
  • leise im Betrieb
  • funktionsreich: Google TV, HDMI 2.1, eARC, Dolby Vision, 3D
  • einfach aufzustellen und einfach einzustellen
  • vergleichsweise günstiger Preis

Schwächen

  • ab Werk zu kühl und etwas überpoppig abgestimmt
  • Filmmaker Mode ab Werk weit neben der Norm
  • Schwarzwert deutlich hinter klassischen Heimkinoprojektoren
  • kurzer Zoombereich, kein horizontaler Lens Shift, keine Lens Memory
  • Moiré auf akustisch transparenten Leinwänden ausgeprägter
  • leicht digitaler Look in den Standardeinstellungen
  • rund 250 ms Verzögerung im Filmmodus

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Das beste Bild ist nicht das auffälligste. Es ist das, bei dem man nach wenigen Minuten nur noch den Film sieht.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und mit KI-Unterstützung aufbereitet. Messwerte aus unseren eigenen Messungen; technische Daten und Unternehmensangaben laut Hersteller. Preise Stand Oktober 2026.