Filmkritik: Hostel 3 (Blu-Ray)

  • Langweilig 2.0

    Dieses Review ist deswegen sehr kurz gehalten, weil sich jeder zusätzliche Zeitaufwand für Hostel 3 schlichtweg nicht lohnen würde. Wo die Vorgänger (besonders Teil 2) einen halbwegs guten Spannungsbogen aufbauten, versagt Hostel 3 völlig. Hier wird angenommen, dass der Zuschauer sowieso schon weiß, dass die Hostel Filme auf einer Storyline basieren, bei der nichtsahnende Touristen verschleppt und anschließend zur Belustigung Wohlhabender qualvoll gefoltert werden. Der neueste Teil verlagert dabei lediglich den Schauplatz von Osteuropa nach Las Vegas.

    Zwischenmenschliche Beziehungen, Plotwendungen und storybezogene Hintergründe werden durchaus angedeutet, kommen aber nicht über den Ansatz hinaus. Da die Folterszenen gleichermaßen einfallslos sowie (verhältnismäßig) harmlos und unblutig ausfallen, bietet der Film nur sehr wenig Substanz. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich Schauspieler und Syncronsprecher gegenseitig in Bezug auf Talent- und Lustlosigkeit überbieten.

Schade um den Blu-Ray Rohling

Um es positiv zu formulieren:  Hostel 3 bietet eine homogene Symbiose aus Technik und Content. Die Bildqualität leider unter Kompressionsartefakten sowie einer schwankenden, meistens gelb-betoner Farbdarstellung, die zu keinem Zeitpunkt einen durchgestylten Eindruck vermittelt. Das größte Problem stellt jedoch die mangelhafte Bildschärfe dar. Selbst für eine DVD wäre die Detaillierung zu gering; nicht einmal Nahaufnahmen werden scharf dargestellt.

Akustisch gibt sich Hostel 3 minimal besser. Gelegentlich verirren sich einzelne Schreie oder Umgebungsgeräusche auf die Surroundlautsprecher, wobei generell eine sehr geringe Effektdichte vorhanden ist. Selbst Musik wird hier nur sehr spartanisch eingesetzt, so dass der Zuschauer die meiste Zeit mit der (monotonen und undynamischen) Sprachwiedergabe vorlieb nehmen muss. Da der Subwooferkanal nur selten in Anspruch genommen wird, kann es durchaus sein, dass viele Subwoofer zwischenzeitlich in den Standby Betrieb fallen. Hostel 3 ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine DTS-HD Tonspur nicht automatisch auch klangliche Genüsse garantiert.

Fazit:

Die heftigste Folterszene spielt sich bei Hostel 3 VOR der Leinwand ab, wenn die Zuschauer mit diesem Film gelangweilt werden. Der (enttäuschte) Horrorfilmliebhaber wird zwar dennoch bis zum Abspann durchhalten und sich halbwegs unterhalten fühlen. Dafür reicht dann aber auch die DVD-Version, da von HD (bzw. Blu-Ray) Feeling hier nicht die Rede sein kann.