Filmkritik: Game of Thrones (Blu-Ray; Serie)

  • Ruhm und Macht

    Game of Thrones stellt den Kampf um den Königsthron von Westerland in den Vordergrund. Vier Clans mitsamt deren Mitstreitern und Wertvorstellungen prallen dabei innerhalb einer Fantasywelt aufeinander, die sich einem bevorstehenden, jahrelangen Extremwinter genauso gegenübersehen muss, wie kriegerischen Auseinandersetzungen mit Völkern außerhalb ihrer Grenzen.

    Angeführt vom Herr der Ringe-Gefährten Sean Bean (Boromir) punktet die erfolgreiche US-Serie nicht nur mit einer durchweg exzellent besetzten und agierenden Schauspielerriege, sondern auch durch charismatisch gezeichnete Charaktere. Obwohl die 10 teilige erste Staffel in insgesamt knapp 500 Minuten streng genommen auch nichts anderes darstellt, als Denver-Clan in Fantasy-Verpackung, so stellt Game of Thrones dennoch ein absolutes Highlight der jüngeren (Serien) Vergangenheit dar. Nebenplots sind hier relativ moderat ausgefallen und münden allesamt recht schnell in der Haupthandlung, rund um den Königsthron von Westerland.

    Einer der Hauptaspekte ist in der hohen Glaubwürdigkeit zu finden: zwar sind auch die Ländereien von Westerland nicht frei von einzelnen Fabelwesen, doch für eine Fantasy-Serie verzichtet GoT weitestgehend auf exotische Zutaten. Stattdessen setzt die Story auf Emotionen und Authentizität. Dabei geht es zuweilen weder zimperlich noch prüde zu, so dass die FSK16 Freigabe spätestens bei den ersten freischwingenden Intimkörperteilen ihre Berechtigung offenbart.

Game of Thrones erzählt eine fortlaufende Geschichte und bedient sich gegen Ende vieler Episoden den, in Mode gekommenen, "Cliffhangern".
Im Gegensatz zu erfolgreichen Serienproduktionen wie z.B. "Prison Break" bietet die Serie jedoch tendenziell weniger situationsbezogene Extremdramatik, sondern weist eine linear ansteigende Spannungskurve auf,  die mit zunehmendem Verlauf absolutes Suchtpotential besitzt. Als Zuschauer muss man sich jedoch bewusst sein, dass eine Storyline mit über zwei Dutzend Hauptcharakteren sowie weiteren Nebenfiguren naturgemäß recht anspruchsvoll ausfällt. Besonders zu Beginn der Serie ist die Lektüre der beigepackten Familienstammbäume keine schlechte Idee...

Inhalt Fantasy - Technik von heute:

In technischer Hinsicht präsentiert sich Game of Thrones ebenfalls in Topform: die optische Umsetzung profitiert von einem sehr hohen Aufwand beim Setdesign mit liebevollen Details und cineastischen Kamerafahrten. Ähnlich wie viele andere aufwändig gestylte Serien, wurde GoT nicht im TV-typischen 1080i/60 Hertz Format produziert, sondern liegt mit einem 1080p24 Bild vor. Dieses besticht mit einer Schärfe, die sich in 80% der Fälle sehr nahe am Referenzniveau bewegt. Lediglich vereinzelte Shots wirken etwas weicher. Die Schärfentiefe ist selten sehr hoch, so dass es meist einen klaren Fokuspunkt gibt. Objekte im Bildvorder-/hintergrund verschwimmen deswegen zwar etwas, doch dafür wird eine recht hohe Plastizität erzielt. Fast sämtliche Nahaufnahmen weisen eine perfekte Schärfe auf. Die CGI-Effekte fügen sich deutlich harmonischer ein, als dies normalerweise bei Serien der Fall ist. GoT könnte in Bezug auf seine Bildqualität völlig problemlos als hochwertig inszenierter Kinofilm durchgehen! In Bezug auf die Farbdarstellung spielt GoT eine große Bandbreite des Visual Grading und sorgt durch extrem abwechslungsreiche Farbprofile (z.B. kalt-/blaustichtig für die Festung Winterfell), dass bei Schnitten eine sofortige Zuordnung des jeweiligen Schauplatzes erfolgen kann.

Akustisch muss man den Produzenten zugute halten, dass selbst die deutsche Tonspur in 5.1 DTS-HD vorliegt. Somit besitzt GoT gegenüber Serien mit deutscher 2.0 Abmischung (z.B. "V-Die Besucher") einen großen Vorteil. Die Sprachabmischung (bzw. Syncronisation) ist herausragend geraten und weist eine hohe Natürlichkeit und ein realistisches Maß an Körperhaftigkeit auf. Auch die räumliche Einbindung des exzellenten Scores sowie der Umgebungsgeräusche befindet sich auf überdurchschnittlichem Niveau. Allerdings wird das klangliche Potential nicht ganz ausgeschöpft. Die Klangdynamik arbeitet selbst in den (wenigen) Kämpfen stets mit angezogener Handbremse und der Subwoofer bekommt von GoT (fast) gar nichts mit. 

Fazit:

Erstklassig und hochwertig umgesetzte Serie, deren Kauf sich nicht nur für Fantasyfreunde lohnt. Klanglich solide mit Luft nach oben; visuell wird sogar absolut hochwertige Kost geboten, die nur knapp an der Bestwertung vorbeischrammt.